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Wie stelle ich meine Boxen am besten auf ?

Zunächst sollte man sich darüber im Klaren sein, dass der Raum und die Aufstellung, sowie die Hörplatzwahl neben den Lautsprechern den größten Einfluss auf den Klang haben. Leider verschenken die meisten dort enormes Potenzial. Die Frage ist also wie, wo und in welcher Umgebung stelle ich meine Boxen auf und wähle den Hörplatz am besten aus?

1. Wie stelle ich also Boxen auf ?
  • Mit möglichst großen Abständen zu allen schallharten Flächen (Wand, Decke, Boden, Einichtungsgegenstände, etc.)
  •  Bei massivem Betonboden lohnt es sich die Boxen mit Spikes anzukoppeln; bei schwimmend verlegtem Parkett oder Holzdielen können Bassabsorber unter den Lautsprechern sinnvoll sein.
  • Zur Bedämpfung von Gehäuseschwingungen kann es sich anbieten, die Boxen durch bspw. Marmor- oder Granitplatten zu beschweren. Selbiges gilt für Boxenstative.
  • Bei subopimaler Aufstellung in Regalen oder auf Side- bzw. Lowboards sollten die Lautsprecher mit der vorderen Kante bündig abschließen. 
  • Wenn sich die Lautsprecher und der Hörplatz an der längeren Wand des Wohnraums befinden, bekommt man meist eine „breitere Bühne“. Dann muss man aber Lautsprecher und Hörplatz oft relativ nahe an der Stirn- und Rückwand des Raumes positionieren, was die Dröhngefahr verstärken kann. Bei Aufstellung an den Schmalseiten des Raumes kann man oft größere Stirn- und Rückwandabstände wählen und somit den „Dröhnbereichen“ des Raumes besser ausweichen.

2. Wo stelle ich die Boxen auf und wie wähle ich den Hörplatz ?
 
Als ideal hat sich erwiesen, die Boxen mit einem Seitenabstand von 1/4 von Wand zu Membranmitte aufzustellen. Von der Stirnwand zur Membranmitte sind 2/5 Abstand noch idealer als 1/5, wenn der Hörplatz zu dieser Wand 4/5 Abstand einhalten kann. Sollte das nicht möglich sein, wird für die Boxen ein Abstand von 1/5 und für den Hörplatz 3/5 empfohlen.

Beispiel:
Ein Raum hat folgende Maße: Länge 6m, Breite 4m und Höhe 2,40m
Die Raummoden befinden sich bei folgenden Frequenzen:
Länge: 29Hz / 58Hz / 86Hz / 115Hz
Breite: 43Hz / 86Hz / 129Hz / 173 Hz
Höhe: 72Hz / 144Hz / 216Hz / 288Hz

Um deren Einflüsse zu minimieren stellen wir die Lautsprecher folgendermaßen auf:
(nach der oben beschriebenen Regel)
1,20m vor die kurze Wand (6m / 5)
1m neben die lange Wand (4m / 4)
die Höhe ist nicht gut beeinflussbar, aber auch relativ unkritisch, da man hier häufig mehrere Chassis hat und außerdem sind fast alle Moden der Höhe zu hoch, als ob sie stören würden.

Diese Vorhersage wird meist nicht exakt stimmen und kann durch ein wenig Korrektur vermutlich noch verbessert werden, da kein Raum genau der Theorie entspricht, aber man hat so einen sehr guten Anhaltspunkt.

3. Raumgestaltung

Es gibt eine Reihe von Erfahrungswerten, die sich als klanglich begünstigend erwiesen haben.
  • Wenn der Raum weder zu quadratisch, noch zu schlauchförmig ist = Bessere Bassverteilung
  • Wenn die Zimmerdecke eher giebelförmig oder asymmetrisch konstruiert ist = Weniger ausgeprägte Raummoden
  • Wenn der Hörraum sehr symmtrisch eingerichtet ist = Gleichmäßigere Bühnenabbildung
  • Wenn die Boxen frei stehen und über einen großen Abstand zu schallharten Flächen verfügen = Gleichmäßige Raummodenanregung + Erhöhung von Direktschall
  • Wenn der Hörplatz weder in der Mitte des Raums, noch nah an einer Wand ist = Weniger ausgesprägte Raummoden + weniger schädliche Reflexionen von der Rückwand
  • Wenn der Raum zwischen den Boxen frei ist = Stabile Bühnenabbildung
  • Wenn das Stereodreieck gleichschenklig ist = Stabile Bühnenmitte
Um die Hintergründe dieser Antworten zu verstehen, werfen wir zuerst noch einen Blick auf die störenden Einflüsse, die unter anderem die Bühnenabbildung, Ortbarkeit, Tiefenstaffelung und saubere Basswiedergabe verschlechtern.

zu 1. Reflexionen:

Bei glatten (schallharten Oberflächen) gilt das Reflexionsgesetz, der Einfallswinkel des Schalls ist dann gleich dem Ausfallswinkel, wie bei einer an die Bande gespielten Billard-Kugel. Davon ausgehend, dass ein Lautsprecher zumindest die hohen Frequenzen (oberhalb von ca. 300 Hz) ähnlich abstrahlt, wie ein Lichtkegel einer Taschenlampe im dunkeln, kann man sich vorstellen, dass Schall an Wänden nach eben beschriebenem Prinzip reflektiert wird. Bei dieser Metapher bleibend, gibt es Schall, der ohne Umwege direkt beim Hörer ankommt (das ist Direktschall) und solchen, der reflektiert wird (das ist Diffusschall). Hier tritt ein psychoakustischer Effekt auf, trifft das gleiche Schallsignal zeitverzögert aus unterschiedlichen Richtungen beim Hörer ein, so braucht das Gehör eine gewisse Zeitdifferenz um zwischen Direkt- und Diffusschall unterscheiden zu können. Für Musik hören bedeutet das, dass frühe Reflexionen (geringe Zeitdifferenz zwischen Direktschall und Diffusschall) sowohl dem Klangbild, als auch der Bühnenabbildung schaden. Es klingt scharf, S-Laute sind unangenehm, es hallt nach im Zimmer, wenig Details im Hochtonbereich und eine schlechte Ortung der Instrumente sind die Folge.

zu 2. Raummoden: (Raumeigenfrequenzen)

Raummoden sind vor allem für die Basswiedergabe von entscheidender Bedeutung. Bass breitet sich - im Gegensatz zum kegelförmigen Abstrahlverhalten von höheren Frequenzen - unterhalb von ca. 300 Hz kugelförmig aus. Befindet man sich in Räumen, werden diese Schallanteile von den Wänden reflektiert, hierbei kommt es zu Interferenzen, das heißt, zu Überhöhungen und Auslöschungen im Bassbereich. Am besten kann man sich das bildlich veranschaulichen, in dem man sich ein rechteckiges Schwimmbecken vorstellt, in das man einen Stein wirft. Die sich ausbreitenden Wellen, werden am Beckenrand reflektiert und es kommt zu Wellenbergen und -Tälern, Überhöhungen und Auslöschungen. Akustisch entspricht das entweder massivem Dröhnen bzw. fast gar keinem Bass. Beides gilt es zu vermeiden.
Je nach Frequenz unterscheiden sich die Schallwellen in ihrer Wellenlänge. Ein 50 Hz Ton hat bspw. eine Wellenlänge von 6,80m. In jeder Dimension eines Raumes, also Länge, Breite und Höhe gibt es eine Grund-Raummode und darauf aufbauende weitere Moden. Entspricht ein Raum in einer Dimension genau der Wellenlänge, der Hälfte oder dem 1,5-fachen der Wellenlänge eines tiefen Tones, so kommt es zur Bildung von stehenden Wellen. Die Minima und Maxima, also die Überhöhungen und Auslöschungen sind in rechteckigen Räumen immer an definierten Punkten. Direkt an der Wand herrschen immer Maxima, des weiteren weisen die Mitte des Raumes und 1/4, bzw. 3/4 der jeweiligen Raumdimension besonders ausgeprägte Schwankungen zwischen Minima und Maxima auf. Das heißt, hier ist der Unterschied zwischen extrem dröhnenden und gänzlich substanzlosen Bass am größten.

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